PRAXIS FÜR LERNTHERAPIE

Lese- Rechtschreibschwäche - Legasthenie

 

Es ist nicht eindeutig geklärt, wo die Ursachen einer Lese- Rechtschreibschwäche zu suchen sind. Insgesamt lässt sich die LRS nicht auf einen einzigen Grund zurückführen. Neurologische sowie genetische Faktoren und die Anwendung fehlerhafter Strategien während des Schriftspracherwerbs werden für eine LRS verantwortlich gemacht. Schwierigkeiten ergeben sich in unterschiedlichen Bereichen:

 

In der phonologischen Informationsverarbeitung

Der Zugriff auf das sprachliche Gedächtnis ist fehlerhaft, Informationen wie die Zuordnung von "Laut zu Buchstabe" können nicht schnell genug aus dem Langzeitgedächtnis abgerufen werden.

Das Übersetzen von Buchstaben in Laute funktioniert nicht.

Die Einsicht in den lautlichen Aufbau der Sprache als Vorraussetzung für das Lesen- und Schreibenlernen ist gestört - Wörter können nicht in Silben und Laute gegliedert werden, es wird nicht erkannt, dass "Vater" sich auf "Kater" reimt oder dass "Mond" und "Maus" mit demselben Laut "M" beginnen.

 

In der visuellen Informationsverarbeitung

Um Wörter als Ganzes zu erkennen müssen schnelle Blickbewegungen im richtigen Abstand ausgeführt werden. Sind die Abstände zu groß oder zu klein, können Wörter nicht richtig analysiert und eingeprägt werden.

 

In der Übertragung akustisch-sprachlicher Informationen ins Visuell-Graphische

Die beim Diktat gehörte Lautfolge "Tag" kann nicht in die Buchstabenfolge "T-a-g" umgesetzt werden.

 

In der selektiven Aufmerksamkeit und dem akustischen Kurzzeitgedächtnis

Gehörte Zahlen, Wörter und Unsinnsilben werden schlecht erinnert, der Textinhalt kann nach dem Lesen nicht mehr erinnert werden.